Heizkörpertypen
Heizkörpertypen einfach erkennen
Diese Seite unterstützt Sie dabei, die gängigsten Heizkörpertypen im Wohnungsbau sicher zu erkennen und einzuordnen. Für viele Eigentümer, Vermieter und Bauherren ist nicht auf den ersten Blick ersichtlich, welcher Heizkörpertyp verbaut ist. Dabei ist genau diese Information eine wichtige Grundlage für energetische Bewertungen, den hydraulischen Abgleich, die Heizlastberechnung oder die Umstellung auf moderne Wärmeerzeuger wie Wärmepumpen.
Der Heizkörpertyp beeinflusst maßgeblich die mögliche Heizleistung, die erforderliche Vorlauftemperatur sowie die Effizienz des gesamten Heizsystems. Insbesondere im Bestand entscheidet die richtige Einordnung darüber, ob vorhandene Heizkörper weiter genutzt werden können oder Anpassungen erforderlich sind.
Kompaktheizkörper
Plattenheizkörper sind heute der am häufigsten eingesetzte Heizkörpertyp in Wohngebäuden. Sie zeichnen sich durch ihre flache Bauweise aus und bestehen aus einer oder mehreren Heizplatten, die je nach Ausführung mit zusätzlichen Konvektionsblechen kombiniert sind. Die Wärmeabgabe erfolgt sowohl über Strahlung als auch über Konvektion.
Die Typbezeichnung eines Plattenheizkörpers gibt Aufschluss über seinen inneren Aufbau. Ein Typ 10 besteht aus einer einzelnen Heizplatte ohne Konvektionsbleche, während ein Typ 22 beispielsweise aus zwei Heizplatten und zwei Konvektionsblechen aufgebaut ist. Mit steigender Typenzahl erhöht sich die Heizleistung bei gleicher Bauhöhe und Baulänge.
Plattenheizkörper sind in Wohnräumen, Schlafräumen und Büros weit verbreitet und lassen sich gut an unterschiedliche Heizsysteme anpassen. Bei ausreichender Dimensionierung sind sie für niedrigere Vorlauftemperaturen geeignet.


Stahl- / Gussradiator
Gliederheizkörper setzen sich aus einzelnen, aneinandergereihten Gliedern zusammen und bestehen häufig aus Gusseisen oder Stahl. Sie sind vor allem in älteren Gebäuden anzutreffen und besitzen eine große Tiefe sowie ein hohes Gewicht.
Durch ihre hohe Wassermenge und die massive Bauweise reagieren Gliederheizkörper vergleichsweise träge auf Temperaturänderungen. Sie benötigen längere Aufheizzeiten, speichern dafür jedoch auch über einen längeren Zeitraum Wärme. In Altbauten sind sie oft großzügig dimensioniert und können deshalb auch bei reduzierten Vorlauftemperaturen noch ausreichende Heizleistungen erbringen.
Stahlradiator

Gussradiator

Röhrenheizkörper
Röhrenheizkörper bestehen aus miteinander verbundenen Stahlrohren, die senkrecht oder waagerecht angeordnet sein können. Durch ihre Bauform besitzen sie einen vergleichsweise hohen Strahlungsanteil und werden häufig als gestalterisches Element eingesetzt.
Besonders bekannt sind Röhrenheizkörper aus dem Badezimmer, wo sie zusätzlich zum Trocknen von Handtüchern genutzt werden. Aufgrund ihrer Bauweise können sie bei entsprechender Größe auch mit moderaten Vorlauftemperaturen betrieben werden, was sie grundsätzlich für moderne Heizsysteme geeignet macht.

Badheizkörper
Badheizkörper sind eine Sonderform der Röhrenheizkörper und speziell für den Einsatz in Badezimmern konzipiert. Sie bestehen in der Regel aus horizontal angeordneten Rund- oder Flachrohren, die über seitliche Sammelrohre verbunden sind. Durch diese Bauweise entsteht die charakteristische Leiterform, die neben der Raumheizung auch das Trocknen von Handtüchern ermöglicht.
Im Vergleich zu klassischen Heizkörpern ist die Heizleistung von Badheizkörpern häufig geringer, da sie oft aus gestalterischen Gründen schlank dimensioniert werden. Für eine ausreichende Beheizung des Badezimmers ist daher eine korrekte Auslegung besonders wichtig. In vielen Fällen werden Badheizkörper zusätzlich mit einer elektrischen Heizpatrone ausgestattet, um auch außerhalb der Heizperiode oder bei niedrigen Vorlauftemperaturen eine komfortable Wärmebereitstellung sicherzustellen.

Flächenheizungen
Flächenheizungen unterscheiden sich grundlegend von klassischen Heizkörpern, da die Wärme über große Bauteilflächen an den Raum abgegeben wird. Typische Ausführungen sind Fußbodenheizungen, Wandheizungen und Deckenheizungen. Die Wärmeübertragung erfolgt überwiegend über Strahlung, was zu einer gleichmäßigen und als besonders angenehm empfundenen Raumtemperatur führt.
Durch die große aktive Fläche können Flächenheizungen mit sehr niedrigen Vorlauftemperaturen betrieben werden. Sie gelten daher als besonders gut geeignet für moderne Wärmeerzeuger wie Wärmepumpen. Gleichzeitig reagieren sie aufgrund der Einbettung in massive Bauteile träger auf Temperaturänderungen als klassische Heizkörper. Für einen effizienten Betrieb ist eine exakte Heizlastberechnung sowie eine abgestimmte Regelungsstrategie entscheidend.

Sonderbauformen
Wichtiger Hinweis zu Sonderbauformen
Bei Sonderbauformen oder nicht eindeutig zuordenbaren Heizkörpern sind zusätzliche Angaben erforderlich, um eine fachlich belastbare Bewertung vornehmen zu können. In diesen Fällen sollten die Abmessungen des Heizkörpers vollständig erfasst werden. Dazu gehören die Länge, die Höhe sowie die Bautiefe. Diese Maße haben einen direkten Einfluss auf die mögliche Heizleistung und sind für eine korrekte Einordnung unerlässlich.
Ergänzend ist es empfehlenswert, ein aussagekräftiges Foto des Heizkörpers bereitzustellen. Idealerweise zeigt das Foto die Vorderansicht sowie den Anschlussbereich. Auf diese Weise lassen sich Bauform, Typ und Anschlussart zuverlässig beurteilen und Fehlannahmen vermeiden.
Häufig gestellte Fragen (FAQ´s)
Hier finden Sie Antworten auf die häufigsten Fragen
